Akupunktur – Nadeln helfen heilen

Die sehr alte und weit verbreitete Heilmethode der Akupunktur entwickelte sich höchstwahrscheinlich aus der Akupressur. Dabei werden an genau festgelegten Stellen, den Akupunkturpunkten, Nadeln in die Haut gestochen, um Blockierungen zu lösen und Störungen im Körper zu entfernen. Diese Punkte befinden sich an den Leitlinien (Meridianen), in denen die Lebensenergie (Qi), aufgeteilt in die beiden polaren Kräfte Yin und Yang, kreist. Durch das Einstechen der Akupunkturnadeln soll der Qi-Fluss verbessert und Yin und Yang ins Gleichgewicht gebracht werden. Sind die beiden Gegenpole Yin und Yang im Ungleichgewicht, führt dies auf Dauer zu Beschwerden und Krankheit. Durch die Reizung an der Körperoberfläche wirkt Akupunktur reflektorisch auf die inneren Organe oder Körperteile. Es ist wahrscheinlich, dass dadurch körpereigene Endorphine ausgeschüttet werden, die dann schmerzlindernd wirken.

Die Medizin kennt mehr als 360 Hauptakupunkturpunkte, insgesamt aber können über 1000 Akupunkturpunkte behandelt werden. Obwohl der Gedanke an in die Haut gestochene Nadeln vielen Menschen suspekt erscheint, verursacht das Einstechen der wirklich dünnen Akupunkturnadeln einen ganz kleinen, kaum merklichen Schmerz.

Neben dem Einstechen von Nadeln in die Haut findet auch die Laserakupunktur sowie die Moxubustion (Wärmetherapie mit getrocknetem und pulverisiertem Beifuß- oder Wermutkraut) Anwendung. Seit 1979 ist die Akupunktur eine durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannte Heilmethode. Die WHO veröffentlichte eine offizielle Liste mit Krankheiten und Beschwerden, die durch Akupunktur behandelt werden können. Dazu zählen u. a. Augenerkrankungen (z. B. Bindehautentzündung, Grüner Star), Erkrankungen der oberen und unteren Luftwege (z. B. Asthma, Bronchitis, Erkältungen), Verdauungsbeschwerden (z. B. Verstopfung, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen), Hauterkrankungen (z. B. Akne, Schuppenflechte), Schwangerschaftsbeschwerden, Kopfschmerzen und Migräne, Herz-Kreislauferkrankungen (z. B. Blutdruck- und Durchblutungsstörungen), Schwindel, Muskelschmerzen, psychische Erkrankungen (z. B. Depression, Erschöpfung), Übergewicht oder Nikotinsucht. Auch chronische Schmerzen lassen sich mit Akupunktur gut behandeln.

Die Dauer der Behandlung beträgt üblicherweise 20-30 Minuten pro Sitzung. Einige mit Akupunktur behandelte Menschen verspüren bereits nach einer Sitzung eine Verbesserung der Beschwerden, andere wiederum brauchen vier bis fünf Behandlungen, die im abstand von etwa einer Woche durchgeführt werden. Die Mehrheit der Behandelten fühlt sich nach einer Sitzung sehr entspannt.

Wichtig! Die Akupunktur ist in der Regel als Ergänzung zu anderen Behandlungen zu verstehen und sollte nicht isoliert angewendet werden. Sie ersetzt in den meisten Fällen nicht eine (schulmedizinische) Konsultation und Behandlung. In der traditionellen chinesischen Medizin wird die Akupunktur zusammen mit Ernährung, Kräutern und Bewegung angewendet.

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Dez 1st, 2010 | By | Category: Hausmittel, Körper ,



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