Alkoholismus – Gelegenheitstrinker und Alkoholiker- Ursachen, Folgen und Therapie

Alkoholismus ist eine Suchtkrankheit, die sehr schwerwiegende Folgen hat. Pro Jahr gibt es schätzungsweise 42000 Tote durch Alkohol. Dabei ist nicht nur der Alkoholiker selbst betroffen, sondern mitunter auch Menschen die durch ihn in Mitleidenschaft gezogen werden. So auch die Menschen, die durch Personen mit Alkohol am Steuer getötet werden. Wenn jemand zur Flasche greift, glaubt er seine Stresssituation oder seinen Konflikt besser im Griff zuhaben. Vielmehr erwachsen daraus, aber neue Konflikte und Probleme. Die Folgen erstrecken sich auf den psychischen, physischen und sozialen Bereich.

Arten von Alkoholtrinkern

Man unterscheidet 5 Arten von Alkoholtrinkern.

Alpha-Trinker

Der Alpha-Trinker ist ein Konflikttrinker, dass heißt er trinkt größere Mengen in Konfliktsituationen.

Beta-Trinker

Der Beta-Trinker ist ein Gelegenheitstrinker. Bei Anlässen wie Festen und im Urlaub trinkt er mitunter übermäßig viel. Er zählt nicht zu den Alkoholikern, er ist nur erhöht gefährdet alkoholabhängig zu werden.

Gamma-Trinker

Der Gamma-Trinkter ist süchtig nach Alkohol. Er kann zwar auch kurze Zeit auf das Trinken verzichten, kann seinen Konsum aber nicht mehr steuern. Er trinkt auch zunehmend mehr und steuert auf die körperliche Abhängigkeit zu.

Delta-Trinker

Der Delta-Trinker ist ein Gewohnheitstrinker. Er erreicht mitunter nicht einmal mehr einen Rauschzustand. Er trinkt regelmäßig und ist bereits körperlich abhängig. Ohne Alkoholkonsum treten Entzugserscheinungen auf.

Epsilon-Trinker

Der Epsilon-Trinker ist der sogenannte Quartalssäufer. Er trinkt nicht regelmäßig, sondern meist zu Anlässen, verfällt dabei aber immer wieder in einen mehrtägigen Alkoholexzess. Man sagt der Epsilon-Trinker ist psychisch aber nicht körperlich abhängig.

Symptome der Alkoholsucht

Die Symptome sind je nach Promillezahl bei den unterschiedlichen Trinkern auch unterschiedlich. Während sich beim Gelegenheitstrinker bei 0,5 bis 1 Promille Euphorie, Enthemmtheit und Unkoordiniertheit breitmacht, merkt der Alkoholiker noch gar keinen Effekt. Dies setzt bei ihm erst bei 1 bis 2 Promille ein. In dem Zustand bemerkt der Gelegenheitstrinker schon Übelkeit und Schläfrigkeit. Bei Alkoholgenuss darüber hinaus kommen dann Erbrechen, Betäubung und Sprachausfälle, bei weiterem Genuss dann Koma oder sogar der Tod (5 Promille). Der Alkoholiker hat ab 2 Promille motorische Ausfälle und er wird sehr emotional, später wird er schläfrig und ab 5 Promille kommen dann Koma und Betäubung.

Folgen der Alkoholsucht

Folgen der Alkoholsucht sind im körperlichen Bereich eine Schädigung der Leber, Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Magengeschwüre, Herzmuskelleiden, Bluthochdruck und auch einige Krebserkrankungen, wie Speiseröhrenkrebs, Magenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs. Psychische Folgen der Alkoholkrankheit sind zum Beispiel eine Wesensveränderung, der Betroffene wird u.a. reizbar, stimmungslabil und egoistisch, seine geistige Fähigkeiten gehen zurück bis hin zur Alkoholdemenz.
Auch die sozialen Folgen sind nicht unerheblich. Beziehungen zu Partnern und Familie werden zerstört, Probleme im Berufsleben treten auf, die Freunde ziehen sich zurück. Besonders leiden die Kinder und Jugendlichen die in Familien aufwachsen, in denen ein oder beide Elternteile alkoholabhängig sind.

Ursachen der Alkoholkrankheit

Die Ursachen für die Alkoholkrankheit liegen meist im persönlichen oder sozialen Bereich. Unzufriedenheit, Stress, Einsamkeit, traumatische Erlebnisse und größere Konflikte lassen den einen oder anderen zum Glas greifen, um sich zu betäuben. Wenn das über einen längeren Zeitraum passiert und man dabei eine kurzzeitige Besserung der Lage erfährt, ist der Weg zur Abhängigkeit nicht weit.
Bedeutend bei der Entwicklung von Suchterkrankungen ist die Persönlichkeit des Einzelnen. Unsicherheit, Minderwertigkeitskomplexe, Hoffnungslosigkeit und Langeweile, sowie Kontaktstörungen und Beeinflussbarkeit können Alkoholismus fördern.

Statistiken sagen, dass Kinder von alkoholabhängigen Eltern wohl dreimal mehr gefährdet sind, als Kinder von Eltern ohne Alkoholproblem. Ob das auch genetisch verursacht sein kann, konnte die Wissenschaft bis heute noch nicht endgültig klären. Wohl aber spielt der Nachahmungseffekt eine große Rolle und der vorgelebte Umgang mit Alkohol.

Therapie

Alkoholismus ist nahezu nicht zu heilen. Man kann die Krankheit bestenfalls zum Stillstand bringen. Einsicht des Betroffenen spielt dabei die entscheidende Rolle. Danach muss geschaut werden, dass die Ursachen der Sucht weitestgehend beseitigt werden. Der Betroffene muss sich einer Therapie unterziehen. Meist läuft diese Therapie in mehreren Schritten ab, zuerst die Entgiftung des Körpers, danach eine Entwöhnungsbehandlung, gefolgt von Nachsorge die gekoppelt an eine Selbsthilfegruppe sein kann. Die Entgiftung ist notwendig, damit die nachfolgenden Therapien durchgeführt werden können. Dies kann sowohl ambulant als auch stationär erfolgen, je nach Schweregrad und Motivation des Betroffenen. Die erfolgreichsten Therapien sind die Langzeittherapien.

Auch wenn der Betroffene eine erfolgreiche Therapie absolviert und danach abstinent ist, bleibt er weiterhin gefährdet, erneut rückfällig zu werden. Deswegen ist die Beseitigung der Ursachen der Sucht ein ganz entscheidender Schritt. Konsequenz ist außerdem gefragt, die Persönlichkeit des Betroffenen muss soweit gefestigt werden, dass er wenn möglich von sich aus nie wieder zu Alkohol greift.

Okt 21st, 2009 | By | Category: psychische Erkrankungen ,



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