Alzheimer – Dicke haben höheres Risiko

In verschiedenen Studien wurde ein Zusammenhang zwischen dem Körpergewicht und dem Risiko an Demenz oder Alzheimer zu erkranken, festgestellt. Dass Übergewicht nicht gerade ein gesundheitlicher Lottogewinn ist, mag heute keiner mehr in Frage stellen. Bluthochdruck, Diabetes oder Herzkrankheiten sind nur eine kleine Auswahl möglicher Folgeerscheinungen von Übergewicht. Neu dazu gekommen ist nun auch die Erhöhung des Demenz- oder Alzheimerrisikos.

In einer Studie mit über 37.000 Probanden hat ein Mitarbeiter der Johns Hopkins University in Baltimore den Zusammenhang aufgedeckt. Er fand heraus, dass besonders dicke Menschen (also mit einem BMI über 30) ein um 42% höheres Risiko haben an Alzheimer oder Demenz zu erkranken. Untergewichtige Personen (weniger als BMI 18,5) haben immerhin noch ein 36% höheres Risiko als Normalgewichtler. Witzigerweise haben die „Normalos“ aber gar nicht das geringste Risiko, sondern die leicht übergewichtigen Personen mit einem BMI von 25 bis 29,9. Ihre Risikorate lag, um etwa 12 % geringer. Interessanterweise kam die Studie auch zu dem Ergebnis, dass Frauen eher an Alzheimer und Männer eher an gefäßbedingter Demenz leiden.

Eine andere Studie aus Kalifornien geht sogar noch einen Schritt weiter. Sie unterschied die untersuchten Personen nicht einfach in Dicke, Dünne und „Normalos“. Nein, es wurde auch noch unterschieden wo die überflüssigen Pfunde am Körper verweilen. Das überraschende Ergebnis: dickbäuchige Menschen sind besonders gefährdet. Vor etwa 40 Jahren wurde im Dienste der Wissenschaft bei 6.500 Kaliforniern der Bauchumfang gemessen und dokumentiert. Bei etwa 16% aller Personen, die zwischen 70 und 90 Jahren alt wurden, konnte eine Demenz diagnostiziert werden. Dicke Personen mit auffällig großen Bäuchen (mehr als 100 cm beim Mann und 85 cm bei einer Frau) haben ein 234% höheres Risiko zu erkranken. Übergewichtige Menschen ohne einen ausladenden Bauch (dafür mit größeren Hinterteilen oder stämmigeren Armen und Beinen) hatten dagegen nur ein 80 % höheres Risiko.

Es gibt aber eine These, die aus dem Risikofaktor Übergewicht ein Symptom macht. Es gibt Vermutungen, dass Demenz- und Alzheimer-Erkrankungen das Interesse und/oder die Fähigkeit sich gesund zu ernähren, negativ beeinflussen. Dies könnte also bedeuten, dass in einem frühen Stadium der Krankheit die Person einfach aufhört auf sein Gewicht zu achten. Bei der späteren Diagnose hätte der Erkrankte dann bereits Übergewicht und damit käme man zur (falschen) Schlussfolgerung: Übergewicht gleich Demenzrisiko.

Ob das Huhn oder das Ei zuerst da war, müssen die Wissenschaftler aber noch abschließend klären. Man kann aber vermuten, dass am Ende vielleicht beide ein bisschen recht haben.

Aug 27th, 2009 | By | Category: Körper, Krankheiten ,



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One comment
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  1. Ich hab gelesen, dass auch manche Nahrungsmittel gefährlich sind. Gibt es eine spezielle Diät?

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