Aromatherapie – Wenn Düfte zum Wohlbefinden beitragen

Die stark duftenden ätherischen Öle, welche für die Aromatherapie verwendet werden, wurden zuvor durch Destillation aus Pflanzen gewonnen. Aromaöle sind flüchtige Substanzen, die schnell verdunsten und durch kontrollierte Anwendung über die Haut, die Schleimhaut oder die Atemwege ins Gehirn gelangen. Dort beeinflussen sie den Körper, insbesondere aber das vegetative Nervensystem, auf positive Weise.

Geschichte der Aromatherapie

Bereits in alten Kulturen wie z. B. Ägypten wurden Duftstoffe meist durch Räuchern für therapeutische oder rituelle Zwecke freigesetzt. Als Begründer der Aromatherapie gilt der französische Chemiker René Maurice Gattefossé, der sich 1910 in seinem Labor durch eine versehentliche Explosion Kopf und Hände verbrannte. Durch die zeitnahe Behandlung der Verbrennungen mit Lavendelöl konnten diese erstaunlich schnell und vor allem ohne Narben zu hinterlassen abheilen. Im Jahr1918 stellte Gattefossé eine antiseptische Seife auf Ölbasis für Verwundete in den Kriegslazaretten her. Besonders die Bergamotte-Essenz hatte es ihm angetan und nach etlichen Forschungen und Versuchen veröffentlichte er u.a. 1937 die Werke „Aromatherapie“ und „Essentielle Antiseptika“, wobei der Begriff „Aromatherapie“ erstmals verwendet wurde.
Wirkungen der verschiedenen Aromaöle

  • beruhigend und entspannend wirken: Zistrose, Anis, Basilikum, Sandelholz, Wacholder
  • antidepressiv wirken: Angelika, Benzoe, Kamille, Bitterorange
  • anregend und belebend wirken: Eukalyptus, Kampfer, Latschenkiefer, Lavendel, Lemongras, Melisse, Pfefferminze, Rosmarin, Teebaum, Thymian, Zitrone
  • krampflösend wirken: Anis, Jasmin, Muskatellersalbei, Pfefferminze, Salbei, Sandelholz, Zistrose
  • antiseptisch wirken: Angelika, Bergamotte, Eukalyptus, Kamille, Latschenkiefer, Lavendel, Melisse, Pfefferminze, Rosmarin, Teebaum, Thymian, Wacholder, Zistrose, Zitrone
  • durchblutungsfördernd wirkt: Latschenkiefer
  • verdauungsfördernd wirken: Lemongras, Wacholder
  • herzstärkend wirkt: Rosmarin
  • entblähend wirken: Basilikum, Bitterorange

Anwendungsformen:

Entweder die Aromaöle werden einzeln oder in individueller Kombination angewendet, wobei bereits wenige Tropfen in der Regel ausreichen. Für eine Inhalation werden drei bis fünf Tropfen in zwei Litern heißes Wasser gegeben, bei einem Vollbad verrührt man die 15-20 Tropfen mit etwas Sahne, Milch oder Honig. Eine Hautcreme entsteht, wenn 15-20 Tropfen Öl mit etwa 50 ml neutraler Creme vermischt werden, bei einer Duftlampe werden fünf bis acht Tropfen in den dafür vorgesehenen Behälter gegeben. Soll ein Aroma-Massageöl entstehen, mischt man 15-20 Tropfen mit 50 ml herkömmlichem Pflanzenöl, Kompressen taucht man in Wasser mit fünf Tropfen Öl und zum Gurgeln werden einige Tropfen Öl in ein Glas warmes Wasser gegeben und fünf Minuten der Mund ausgespült. Eine gute Alternative zu Duftlampen sind Riechfläschchen, die aus dunklem Glas bestehen sollten und in die einige Tropfen des Aromaöls vermischt mit etwa 30 ml Sonnenblumenöl gegeben werden.

Buchtipps zum Thema Aromatherapie:

Rezepte, die sich bei bestimmten Beschwerden bewährt haben

  • Migräne: 3 Tr. Lavendel-, 2 Tr. Pfefferminz- und je 1 Tr. Eukalyptus-, Sandelholz-, Muskatellersalbeiöl in die Duftlampe geben
  • Schlafstörungen: 4 Tr. Kamillen-, je 2 Tr. Lavendel- und Bitterorangenöl in die Duftlampe im Schlafzimmer geben oder je 4 Tr. Lavendel- und Bitterorangen- sowie 2 Tr. Kamillenöl mit Sahne oder Milch vermischen und ins Vollbad geben
  • Depression: 4 Tr. Kamillen- und je 2 Tr. Lavendel- und Angelikaöl in die Duftlampe geben
  • Erschöpfung, Abgeschlagenheit und Müdigkeit: je 3 Tr. Zistrosen- und Eukalyptus- sowie 2 Tr. Lavendelöl in die Duftflasche geben
  • Nervöser Magen: 3 Tr. Angelika- und Basilikum- sowie 1 Tr. Pfefferminzöl in die Duftschale geben
  • Spannungskopfschmerz: je 2 Tr. Lavendel-, Pfefferminz- und Lemongras- sowie je 1 Tr. Muskatellersalbei- und Eukalyptusöl in die Duftlampe geben oder 2 Tr. Pfefferminzöl auf eine Kompresse (oder Taschentuch) geben und damit Nacken und Schläfen massieren
  • Nervosität: je 3 Tr. Lavendel- und Bergamotte- sowie 2 Tr. Bitterorangenöl in die Duftlampe geben oder je 5 Tr. Bergamotte- und Majoranöl mit Sahne oder Milch vermischen und in ein Vollbad geben oder ein Körperöl mit 6 Tr. Bitterorangen- sowie je 2 Tr. Lavendel- und Orangenöl und 50 ml Jojobaöl herstellen

Wichtige Hinweise:

  • Aromaöle sollten keinesfalls unverdünnt eingenommen oder auf die Haut aufgetragen werden!
  • Wenden Sie Aromaöle niemals mit homöopathischen Arzneien an!
  • Aroma- und Pflanzenöle können Allergien auslösen. Geben Sie vor der ersten Aromatherapieanwendung eine kleine Menge auf den Handrücken und achten Sie auf eventuell auftretenden Juckreiz, Ausschlag oder Niesreiz.
Dez 1st, 2010 | By | Category: Körper ,



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