Borderline – eine Persönlichkeitsstörung bei Kindern und Erwachsenen

Die Borderlinestörung zählt mit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie tritt sowohl bei Erwachsenen, als auch bei Kindern und Jugendlichen auf. Borderline zählt zu den Persönlichkeitsstörungen, genauer gesagt zu den emotional instabilen Persönlichkeitsstörungen. Das eigene Selbstbild ist bei den Betroffenen gestört und unklar. Oft führt diese psychische Erkrankung Suizidversuche/-drohungen oder selbstschädigende Handlungen mit sich.

Borderliner haben eine andauernde Identitätsstörung. Diese kann verschiedene Bereiche betreffen, wie sexuelle Orientierung, Berufsbild, langfristige Ziele, das Wertesystem oder das Selbstbild. Das Selbstwertgefühl oder das Gefühl der Selbstachtung nehmen sie nicht aus den in der Vergangenheit erbrachten Leistungen, sondern den momentanen Erfolgen oder Misserfolgen, sowie der Meinung Dritter. Ihre Intelligenz oder Attraktivität sehen sie nicht als konstant an. Sie verlieren das Gefühl für die Realität ihrer Existenz. Vorübergehendes Alleinsein empfinden sie als dauerhafte Isolation.

Die Symptome einer solchen Borderlinestörung sind:

– starke Stimmungsschwankungen
– häufige Zornausbrüche, die unangemessen sind
– unbeständige und unangemessene intensive Beziehungen
– sehr impulsive selbstzerstörerische Verhaltensweisen
– Selbstverletzungen, Suizid (angedroht oder durchgeführt)
Geringe bis schlecht ausgeprägte Ich-Identität
– Chronische Gefühle von Leere und Langeweile
– Verzweifelte Versuche, die Angst (ob real oder eingebildet) vor dem Verlassenwerden zu vermeiden
Paranoide Phantasien (abhängig vom Stress)

Nicht alle Betroffenen zeigen alle Symptome, jedoch in der Regel mindestens 4 -5 dieser Symptome.

Es gibt verschiedene Ursachen für diese Borderlinestörung. Als Faktoren für die Ursache dieser Erkrankung kommen aber meist Entwicklungsstörungen in den ersten drei Lebensjahren, traumatische Erlebnisse, (sexueller) Missbrauch oder Konflikte im Jugendalter in Frage. Insbesondere wenn die Unterstützung der Familie und/oder des sozialen Umfeldes zurückgeht ist das Risiko um vieles größer, an dieser Persönlichkeitsstörung zu erkranken.

Eine Borderlineerkrankung lässt sich nicht allein mit Medikamenten behandeln. Eher werden Medikamente wie Antidepressiva, Lithium oder Neuroleptika zur Unterstützung der Therapie gegeben um Begleiterscheinungen wie Depressionen oder extreme Stimmungsschwankungen abzuschwächen. Vielmehr kommen hier Verhaltenstherapien, Sozial- und Gruppentherapien zum Einsatz, um ein angemessenes Sozialverhalten zu erlernen und das gestörten verhalten zu ersetzen.

Die Chancen, eine Borderlinestörung zu heilen, sind eher gering. Je früher und intensiver die Erkrankung auftritt, umso geringer sind die Chancen. Meistens bleibt eine Persönlichkeitsstörung für immer bestehen. Da Borderlinepatienten zu selbstzerstörerischem Verhalten neigen, sind Alkohol- und Drogenmissbrauch, Essstörungen, Suizidversuche immer wieder Gefahren für die Gesundheit.

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Okt 9th, 2009 | By | Category: psychische Erkrankungen ,



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