Cytomegalie – Eine häufige Virusinfektion in der Schwangerschaft.

Der Cytomegalie-Virus (CMV) gehört zu der Gruppe der Herpesviren. Diese werden in der Regel dann aktiv, wenn durch Stresssituationen oder Erkrankungen die Immunabwehr gestört ist. Nach einer Erstinfektion bleiben die Herpesviren ein Leben lang im Organismus, beispielsweise in Speicheldrüsen oder Lungen- und weißen Blutzellen, und werden in bestimmten Situationen wieder neu aktiviert. Deutschlandweit sind etwa 40-70 % der Bevölkerung mit dem Cytomegalie-Virus infiziert.

Im Allgemeinen verläuft eine solche Infektion harmlos und ohne nennenswerte Symptome. Anders verhält es sich jedoch bei Neugeborenen, deren Mütter sich in der Schwangerschaft erstmalig mit diesem Virus anstecken. Noch vor Röteln und Toxoplasmose ist Cytomegalie in der Schwangerschaft die häufigste Ursache für Schädigungen bei neugeborenen Kindern.

Übertragen wird das Virus von Mensch zu Mensch durch Schmier- und Tröpfcheninfektion, da es in sämtlichen Körperflüssigkeiten (z. B. Blut, Urin, Tränen, Speichel) enthalten ist und bei Kontakt übertragen wird. Besitzt eine Schwangere keine Immunität gegen die CMV, breiten sie sich im Körper aus und gelangen über die Plazenta zum Kind. Während die Schwangere meist nichts von der Infektion bemerkt, kommt es zu Organschäden beim Ungeborenen, wobei in über 30 % der Fälle das Kind krank zur Welt kommt. Die Neugeborenen haben ein geringes Geburtsgewicht, Trinkschwäche, vergrößerte Leber und Milz, Gelbsucht, Lungenentzündungen, neurologische Störungen (z. B. Krämpfe) und Blutarmut. Des Weiteren ist ihr Kopf zu klein und sie leiden unter Gehirnverkalkungen sowie geistiger Behinderung und Schädigungen an Augen und Gehör. In Deutschland sterben jährlich etwa 40 Kinder an den Folgen einer Cytomegalie-Infektion der Mutter in der Schwangerschaft. Das Tückische an dieser Infektion ist, dass ungefähr zwei Drittel der Babys trotz einer Infektion der Mutter zwar gesund geboren werden, davon aber etwa 20 % in der Folgezeit Spätschäden wie Krampfanfälle, Hörverluste, Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen entwickeln.

Hat die Schwangere bereits Antikörper, können die Viren bei einer geschwächten Immunabwehr wieder aktiv werden, wobei hier in etwa zwei Prozent der Fälle Schädigungen beim Kind auftreten.

Bereits durch eine einfache Blutuntersuchung kann eine Infektion der Schwangeren festgestellt werden. Es empfiehlt sich also, den Gynäkologen auf diesen Test anzusprechen. Hat sich die Schwangere angesteckt, kann eine Behandlung mit CMV-Immunglobulin erfolgen, wodurch die Häufigkeit von Schädigungen des Ungeborenen reduziert wird. Leider ist es bis jetzt nicht möglich, vorbeugend gegen diese Infektion zu impfen.

Nov 29th, 2009 | By | Category: Krankheiten ,



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