Den Tod akzeptieren – die Sterbephasen (II).

Über das bekannteste Sterbephasenmodell, das der Ärztin Elisabeth Kübler-Ross, wurde bereits im ersten Teil berichtet. Nun geht es um weitere Modelle, die von anderen Sterbeforschern entwickelt wurden aber weit weniger bekannt sind.

Mehr Religiosität
Helmut Reinhold Zielinski war als Seelsorger in einem Krankenhaus tätig. Aufgrund seiner eigenen Erfahrung bei der Betreuung von Sterbenden, konnte er das Phasenmodell von Kübler-Ross mit seinen Erkenntnissen abgleichen. Zielinski bestätigte die ersten vier Phasen, beurteilte aber die letzte Phase der Zustimmung anders. Seiner Meinung nach hat der Sterbende in dieser Phase nicht den Wunsch sich zurückzuziehen, so wie es Kübler-Ross beschrieb, sondern der Patient möchte in dieser Zeit über den Sinn des Lebens, über Gott und das Leben nach dem Tod sprechen bzw. nachdenken. Zielinski bezeichnete die letzte Phase als religiöse oder metaphysische Phase.

Gleichzeitige Akzeptanz und Verleugnung
Das Modell des Psychiaters A. Weismann beruht auf drei Phasen, die ein unheilbar Kranker mit der Auseinandersetzung des eigenen Todes durchläuft. In allen drei Phasen finden eine Akzeptanz und eine Verleugnung des bevorstehenden Todes statt. Am Anfang, in der ersten Phase, überwiegt die Verleugnung. Der Patient erkennt Symptome und Vorzeichen der Krankheit, ignoriert sie aber und verschleppt notwendige Arztbesuche. In der zweiten Phase steht die Diagnose fest. Der Patient wechselt beständig zwischen der Akzeptanz und der Verleugnung. In der letzten Phase ist der Sterbende bereits geschwächt und die Heilungsversuche der Ärzte wurden aufgegeben. Der Patient akzeptiert nun immer mehr den bevorstehenden Tod.

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Akute und konkrete Angstzustände
Ebenfalls ein dreistufiges Modell wurde durch den Psychiater E. M. Pattison entwickelt. In der ersten Phase erfährt der Sterbende die Nachricht des nahen Todes. Der Patient reagiert panisch und mit akuten Angstzuständen sowie Verzweiflung. Die zweite Phase ist durch konkrete Ängste und Sorgen gekennzeichnet. Der Betroffene macht sich bspw. Sorgen um seine Familie oder hat Angst vor Schmerzen. In der letzten Phase zeigt der Betroffene zunehmends Desinteresse an seinem Umfeld und zieht sich immer mehr zurück.

Die Modelle helfen zu verstehen, mit welchen psychischen Belastungen Sterbende zurechtkommen müssen, dennoch werden sie oftmals kritisiert. Die Persönlichkeit des Einzelnen wird zu sehr außer acht gelassen meinen die Kritiker. Die menschlichen Eigenheiten, die gesammelten Erfahrungen aber auch die Religiosität des Individuums lassen sich, nach ihren Argumenten, nicht so einfach strukturieren.

Nov 29th, 2009 | By | Category: Leben ,



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2 comments
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  1. […] anderen Modelle es gibt und welche Kritikpunkte über Sterbephasenmodelle geäußert werden. (hier) Bookmarken und Bewerten Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte […]

  2. Guten Tag
    In diesem Buch
    „ in Würde älter werden „
    beschreibt Sophie-Marie mit
    ihrem Künstlernamen, wie toll es sein kann,
    jemanden in seinem Lebensherbst zu begleiten.
    In den Augen meiner Eltern war ich ein Engel.
    Dieses Thema kennt keine Landesgrenzen und soll
    die Gesellschaft aufrütteln, für Veränderungen
    im Gesundheitswesen einzustehen.

    Freundlichst
    Kaethy Portmann
    kaethy.portmann@lebensherbst.ch
    http://www.lebensherbst.ch

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