Depressionen bei Kindern und Jugendlichen – Ursachen und Symptome

Lange Zeit wurde angezweifelt, dass Depressionen bei Kindern überhaupt auftreten können. Mittlerweile haben aber Studien belegt, dass 0,5 – 2% der Kinder und 8% der Jugendlichen an Depressionen leiden. Sie sind nur viel schwieriger als bei Erwachsenen zu diagnostizieren, da Kinder sich bei einer Depression ganz anders verhalten als Erwachsene. Meist reagieren Kinder aggressiv und provozieren Konflikte. Erwachsene ziehen sich eher zurück und werden teilnahmslos und klagen über Traurigkeit. Gerade den jüngeren Kindern fehlt die Fähigkeit Niedergeschlagenheit zu fühlen. Sie äußern diese eher mit Kopfweh oder Bauchschmerzen. Keine typischen Symptome einer Depression.

Jugendliche machen sehr viele Erfahrungen die sie sehr verunsichern wie Liebeskummer, Trennungen, das Loslösen vom Elternhaus. Manchmal kann das Depressionen auslösen. Da Depressionen etwas für die Pubertät „typisches“ sind, werden sie unterschätzt und nicht diagnostiziert.

Ursachen für Depressionen im Kinder- und Jugendalter können unterschiedlich sein. Sie stehen aber meist mit immer wiederkehrenden negativen Erfahrungen im Zusammenhang. Unter anderem sind das: das unberechenbare Verhalten von Eltern und Lehrern, Scheidung, physischer und psychischer Missbrauch. Depressionen können aber auch genetisch bedingt sein.

Psychische Störungen wie die Depression werden meist mit belastenden Lebensumständen in Verbindung gebracht. Dabei unterscheidet man kurze Belastungen wie Angst vor Zensuren und Zeugnissen, Tod von Haustieren oder Mobbing und Dauerbelastungen wie Vernachlässigung, Missbrauch, Behinderungen, Arbeitslosigkeit oder Trennung.

Die Symptome sind bei Kindern und Jugendlichen unterschiedlich. Kleinkinder von 1 bis 3 Jahren wirken traurig und haben ausdruckslose Gesichter, sie schlafen schlecht, haben keine Lust zu spielen, lutschen viel am Daumen oder spielen viel mit ihren Geschlechtsteilen oder wiegen sich hin und her. Vorschulkinder von 3 bis 6 Jahren wirken traurig und apathisch, ziehen sich zurück oder reagieren aggressiv, wachen nachts oft auf und haben Alpträume, haben keine Freude am spielen und können sich auch sonst kaum freuen, nehmen stark ab oder zu. Schulkinder berichten schon, dass sie traurig sind und sprechen vom Selbstmord, haben Schwierigkeiten in der Schule, fühlen sich von ihren Eltern vernachlässigt, haben Schuldgefühle und Hoffnungslosigkeit. Jugendliche mit Depressionen haben sehr wenig Selbstvertrauen, sind teilnahmslos oder ängstlich, schulische Leistungen nehmen ab, fügen sich Verletzungen zu oder haben Selbstmordgedanken.

Wenn Eltern solche Anzeichen bei ihren Kindern bemerken, sollten sie schnellsten professionelle Hilfe annehmen. Wenn ein erhöhter Verdacht auf Selbstmord besteht, müssen die Kinder oder Jugendlichen auch stationär aufgenommen werden. Nicht selten nehmen die jungen Erkrankten ihre Depression mit ins Erwachsenenleben, was die Heilungschancen vermindert und die Selbstmordrate erhöht.

Okt 11th, 2009 | By | Category: psychische Erkrankungen ,



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