Epilepsie – Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten (Teil II)

Ursachen epileptischer Anfälle

Epileptische Anfälle resultieren aus neurologischen Störungen, die im Gehirn liegen. Dabei kommt es zu einer Überreaktion von Nervenzellen im Gehirn, wobei sowohl Nervenzellen als auch Gehirn übermäßig erregt werden können. Bei Epileptikern können solche Überreaktionen bereits bei relativ geringer Belastung ausgelöst werden, so z. b. durch visuelle Reizung bei flackernden, schnell wechselnden Mustern oder Bildern. Ursache dieser Überreaktion sind zum einen genetische Gründe (idiopathische Epilepsie) oder erworbene Hirnschädigungen durch Sauerstoffmangel, Tumore oder Durchblutungsstörungen (symptomatische Epilepsie).

Diagnosestellung

Nach einem epileptischen Anfall ist umgehend ein Neurologe aufzusuchen. Zur Diagnosestellung ist zum einen eine genaue Anfallsbeschreibung, zum anderen ein genauer EEG-Befund nötig. Beim EEG wird die elektrische Aktivität des Gehirns ermittelt, die im Befund eine erhöhte Anfallsneigung aufzeigt. Nebenher werden weitere Untersuchungen (z. B. MRT, CT) nötig, um möglichen Ursachen und Hirnschädigungen auf den Grund zu gehen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Auf Grundlage des Befundes wird die Behandlung geplant. Dabei sollten gemeinsam mit dem behandelnden Arzt Therapieziele (z. B. Vermeidung/Reduktion von Anfällen, Verbesserung der Lebensqualität, Angst, Hilflosigkeit etc. vermeiden) festgelegt werden. Grundsätzlich gilt: Ohne Therapie können sich Anfälle häufen! Mehrere Behandlungsmöglichkeiten stehen den Betroffenen zur Verfügung:

  • Auslösende Faktoren vermeiden
  • Psychotherapeutische Maßnahmen: Biofeedback, Schulung der Selbstkontrolle, Naturheilverfahren, Verhaltenstherapie
  • Vagusnerv-Stimulator (ähnl. einem Herzschrittmacher unter die Brusthaut implantiert)
  • Ketogene Diät (hoher Fett-, geringer Eiweiß- und Kohlenhydratanteil)
  • Epilepsiechirurgie (wenn medikamentöse Therapie nicht ausreichend anschlägt)
  • Medikamentöse Therapie: Spezielle Antiepileptika

Mit der richtigen Therapie kann die Lebensqualität von Epileptikern deutlich verbessert werden!

Erste Hilfe bei epileptischen Anfällen

Grundsätzlich sollten anwesende Personen dafür sorgen, dass sich der Krampfende während eines Anfalls nicht verletzt. Dazu zählt:

  • Vor Treppen und anderen Sturzquellen abschirmen
  • Autos, Straßenbahnen oder andere Verkehrsmittel vom Krampfenden fernhalten
  • Gefährliche, d. h. spitze und scharfe Gegenstände außer Reichweite bringen
  • Einen Arzt/Notarzt rufen, sofern keine geschulten Ersthelfer anwesend sind!
  • Den Krampfenden niemals festhalten! (Ausnahme: Beim Baden/Schwimmen)
  • Keinen Gürtel/Beißkeil in den Mund stecken!
Mai 31st, 2012 | By | Category: Körper, Krankheiten ,



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