Erythrophobie – Die Angst vor dem Erröten

Es gibt Menschen, die sich glücklich schätzen können, weil sie in keiner noch so unangenehmen Situation rot werden. Aber der Großteil unter uns kennt das überaus peinliche und fiese Gefühl, wenn die Röte von der Körpermitte ausgehend, den Hals hinaufsteigend sich schließlich auf dem ganzen, immer heißer werdenden Gesicht ausbreitet und man sich dessen auch noch bewusst ist. Was die Sache nicht besser macht. Hat der Betroffene in der Vergangenheit zudem negative Erfahrungen gemacht, indem er ausgelacht oder gedemütigt wurde, kann bereits die Angst zu erröten, die Erythrophobie, zu einem ernstzunehmenden Problem werden. Meist reicht es auch schon, auf das Erröten einfach nur angesprochen zu werden, um sich peinlich berührt und beschämt zu fühlen. In der Folge kommt es zu merkwürdigen Verhaltensweisen, die das Erröten verhindern oder für andere unsichtbar machen sollen. Da werden Haare, Schals oder Rollkragenpullover vors Gesicht gezogen, spezielle Make-ups verwendet und in Räumen die hintersten, dunkelsten Ecken aufgesucht. Oft wird schnell weggesehen oder der Kopf gesenkt, was beim jeweiligen Gesprächspartner durchaus für einige Verwirrung sorgen kann. Experten sprechen daher von einer Form der sozialen Phobie, wenn sich Menschen im privaten oder beruflichen Leben zurückziehen, weil die Angst vor dem Rotwerden ihre Gedanken beherrscht.

Was kann man nun gegen die Angst vor dem Rotwerden tun? Fakt ist nämlich, gegen das Erröten an sich ist nichts zu machen. Wenn man zum Rotwerden neigt, bleibt das leider auch so. Aber die Angst lässt sich eindämmen.

Es ist schon einmal gut zu wissen, dass in den meisten Fällen das Gegenüber das Rotwerden gar nicht bemerkt oder es sogar sympathisch findet. Wichtig ist auch, sich vollkommen auf den Gesprächspartner zu konzentrieren, anstatt sich um das Erröten Gedanken zu machen. Hören Sie ihrem Gegenüber aufmerksam zu, nur so können Sie spontan auf ihn reagieren und Gedanken um das eigene (rote) Gesicht verdrängen.

Ist eine Erythrophobie eindeutig diagnostiziert, übernehmen Krankenkassen die Kosten für eine Verhaltenstherapie, in der u. a. Rollenspiele und Aufmerksamkeitstraining Anwendung finden.

Jan 19th, 2011 | By | Category: psychische Erkrankungen ,



Themenrelvante Beiträge auf leben-mit-gesundheit.de:
Tags: , ,

Leave Comment

You must be logged in to post a comment.