Essstörungen (1) Magersucht – Symptome, Ursachen und Therapie

Magersucht, auch Anorexia nervosa, ist eine psychosomatische Störung, da bei dem davon Betroffenen eine Störung des Körperbildes oder ein übertriebenes Schlankheitsideal existiert. Magersucht zeichnet sich dadurch aus, dass aufgrund ungelöster seelischer Probleme krankhaft das Körpergewicht verringert wird. Von einer Magersucht spricht man nur dann, wenn sie selbst herbeigeführt wird, nicht wenn jemand nach einer schwere Krankheit oder Operation viel Gewicht verloren hat.

Magersucht ist nicht zu unterschätzen. Bei 10% der Betroffenen endet die Krankheit tötlich und bei 40% bildet sich ein chronisches Krankheitsbild aus. Betroffen sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre. In den meisten Fällen sind es Mädchen und junge Frauen, aber auch bei männlichen Jugendlichen kommt Magersucht vereinzelt vor. Ca. 6-7% der Erkrankten sind männlich.

Woran erkennt man eine Magersucht? Die gängige Meinung dazu ist:

– Das Körpergewicht liegt mindestens 15% unter dem Normalgewicht.
– Der Erkrankte sieht die extreme Magerkeit als Schönheitsideal.
– Die Angst davor an Gewicht zuzunehmen ist extrem hoch und jedes weitere verlorene Gramm und jede nicht zu sich genommene Mahlzeit erzeugt ein Hochgefühl und Stolz.
– Die Körperwahrnehmung ist gestört, d.h. der Erkrankte sieht sich immer noch als zu dick an, obwohl schon ein deutliches Untergewicht besteht.

Der extreme Gewichtsverlust wird dadurch erreicht, dass der Betroffene kalorienreiche Nahrung verweigert, eingenommene Nahrung wieder erbricht, körperlich übertrieben aktiv ist oder Appetitzügler zu sich nimmt. Der Erkrankte nimmt trotz Hungergefühl keine oder nur sehr kalorienarme Nahrung zu sich. Ganz typisch ist auch die Rastlosigkeit bei der man schon von Hyperaktivität sprechen kann. Tendenziell ziehen sich Magersüchtige aus dem sozialen Leben zurück und haben ein geringes Interesse an sexuellen Kontakten.

Die Ursachen, die zu einer Magersucht führen können sehr unterschiedlich sein. Beispiele können sein, dass Magersucht als Folge einer Diät entsteht, weil man die Kontrolle über das eigene Nahrungsbedürfnis verloren hat. Magersucht kann auch eine Folge ungelöster familiärer Probleme sein, indem der Magersüchtige sich selbst durch seine Krankheit über den Konflikt erhebt, um zu beweisen, dass er etwas unter Kontrolle hat – in dem Fall sein Gewicht und seine Nahrungszufuhr. Oft fängt Magersucht schon in der Pubertät an vor allem bei Mädchen. Sie sind mit ihrer Entwicklung vom Mädchen zur Frau überfordert. Es gibt aber noch viele weitere, hier nicht aufgezählte Ursachen.

Magersucht ist schwer zu therapieren. Der Betroffene erkennt meist nicht, dass er krank ist und ein Problem hat. Es liegen keine Krankheitseinsicht oder ein Krankheitsgefühl vor. Magersucht ist auch mit reiner Gewichtszunahme nicht geheilt. Magersüchtige müssen zusätzlich zur Gewichtszunahme erkennen, dass ihre Magersucht nur ein Zeichen ihres psychischen Problems ist. Das Problem muss zusammen mit der Magersucht in einer psychischen Therapie angegangen werden. Dies ist meist ein sehr langwieriger Prozess.

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Okt 5th, 2009 | By | Category: psychische Erkrankungen ,



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