Essstörungen (2) Bulimie/Essbrechsucht – Symptome, Ursachen und Therapie
- Der Betroffene ist gedanklich ständig mit dem Essen und der Gier nach Nahrungsmitteln beschäftigt.
- Mindestens zwei solcher Anfälle pro Woche hat der Erkrankte.
- Um das Gewicht zu kontrollieren werden Maßnahmen wie Erbrechen, Appetitzügler, Diäten ergriffen.
- Ständige Sorgen um Körperumfang und Gewicht beschäftigen den Betroffenen.
- Das Körpergewicht liegt aber im Bereich des Normalen (mit Schwankungen).
Eine Bulimie ist für den allgemeinen Gesundheitszustand nicht so bedrohlich wie zum Beispiel bei einer Magersucht. Die häufigsten Schäden entstehen an den Zähnen. Durch die Säure die beim Erbrechen an die Zähne gelangt oder auch durch sehr säurehaltige Nahrung, werden diese zerstört. Oft wissen an Bulimie erkrankte gar nicht davon und meist sind die Zähne schon so stark betroffen, wenn sie darüber aufgeklärt werden, dass es zu spät ist.
Betroffen sind vor allem Frauen zwischen 20 und 30, aber die Altersgrenze geht zunehmend nach unten. Immer mehr Jugendliche sind schon davon betroffen. Nach einem Essbrechanfall fühlen sich die Betroffenen oft sehr schlecht und deprimiert und sie schämen sich für ihr Verhalten. Da solche Anfälle in der Regel in absoluter Heimlichkeit passieren, stehen die Betroffenen unter einem zusätzlichen hohen Druck. Niemand soll das mitbekommen. Familienangehörige, Partner und Freunde erfahren davon gar nicht oder erst sehr spät.
Als Auslöser für eine Bulimie werden oft belastende Momente wie Trennungen, Beziehungsprobleme und allgemeine kritische Lebensereignisse.
Die Therapiemöglichkeiten sind recht vielseitig. Allerdings dauert es meist mehrere Jahre bis der Betroffene die Einsicht dazu hat. Bei einer sehr schweren Bulimie ist ein stationärer Aufenthalt meist unumgänglich. Bei den „leichteren“ Fällen ist eine Psychotherapie sehr hilfreich. Dabei wird der zugrunde liegende Konflikt gesucht und die Essstörung versucht zu normalisieren. Hilfreich ist dabei auch ein Esstagebuch. Darin wird nicht nur eingetragen, was die Betroffenen gegessen haben, sondern auch welche Gefühle und Konflikte im Zusammenhang mit der Mahlzeit stehen. Auch Brechanfälle werden verzeichnet. Aufgrund dieses Tagebuches kann der Therapeut zusammen mit dem Betroffenen eine Strategie aus der Essstörung entwickeln.
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