Ist jeder Depressive auch selbstmordgefährdet und planen einen Suizid?

Die häufigste Ursache für einen Selbstmord (Suizid) sind Depressionen. In neun von zehn Suiziden ist dies wohl der Fall. Das aktuellste Beispiel vom Nationaltorwart Robert Enke zeigt, dass es jeden treffen kann. Auch wenn man im Allgemeinen glauben mag, dass eine Depression eine typische Frauensache ist, so muss man sagen, dass diese Krankheit vor keinem Geschlecht halt macht. Im Moment sagen die Statistiken wohl, dass auf einen Mann zwei Frauen depressiv erkranken.

Auch die soziale Schicht spielt in einem solchen Fall keine Rolle. Denn warum sollte sonst ein körperlich gesunder Mann, wie z.B. auch Robert Enke, dem die Zukunft offensteht, der beliebt und anerkannt ist, einen solchen Entschluss fassen. Ein Suizid ist sehr selten eine spontane Tat. Meist ist er lange geplant, im Verborgenen. Eine Depression zeigt sich z.B. in Form von extremer Traurigkeit, Ängsten, Verzweiflung, wenig Lebenswillen. Oft werden depressive, die einen Suizid planen in den letzten Tagen ihres Lebens noch einmal fröhlich und beschwingt. Für Angehörige ein Zeichen, dass sie nicht ignorieren sollten.

Auf welche Art und Weise der Suizid vollzogen wird, ist unterschiedlich. Er wird von den Betroffenen aber als erleichternd empfunden. Der Gedanke das Leben, welches in ihren Augen nicht mehr lebenswert ist, zu beenden verfestigt sich in ihren Gedanken und gibt ihnen noch einmal Kraft.

Wichtig ist es, dass Depressive nicht wie „Verrückte“, sondern wie kranke Menschen behandelt werden, denn sie sind krank. Auch das Umfeld der Betroffenen kann einen aktiven Beitrag dazu leisten, dass die Selbstmordrate unter Depressiven sich verringert und ihr Leben wieder lebenswert wird. Aktives Einschreiten ist hier gefragt, denn nur in den seltensten Fällen ist der Betroffene in der Lage, seine Krankheit zu erkennen und sich Hilfe zu holen. Depressive Anzeichen sind auch für Laien erkennbar.

Nicht jede Depression endet tödlich! Depressionen können heute sehr gut mit Antidepressiva behandelt werden. Niemand sollte sich scheuen, diese auch zu nehmen oder sich diese Behandlung von seinem Umfeld ausreden lassen, denn wenn man die Medikamente nicht nimmt, steigt das Selbstmordrisiko beträchtlich an. Ob es sich um eine wirkliche Depression oder um eine depressive Verstimmung handelt, kann ein Arzt dann sehr gut erkennen.

Nov 12th, 2009 | By | Category: psychische Erkrankungen ,



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One comment
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  1. „Auch das Umfeld der Betroffenen kann einen aktiven Beitrag dazu leisten, dass die Selbstmordrate unter Depressiven sich verringert und ihr Leben wieder lebenswert wird, “ ein Zitat aus dem Beitgag, oben.
    „denn nur in den seltensten Fällen ist der Betroffene in der Lage, seine Krankheit zu erkennen und sich Hilfe zu holen. Depressive Anzeichen sind auch für Laien erkennbar.“ Um so mehr sollte man erwarten, dass professionell Psychiater mit Rang und Namen sich entsprechend verhalten würden/sollten. Da erlbt man aber
    genau das Gegenteil. Fahrerflucht in der Psychiatrie? Unter http://psychiatrie.kilu.de/ (mit vielen Hintergründen) und http://www.aerztepfusch-psychiatrie.de/
    erfahren Sie erschütternde Hintergründe

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