Johanniskraut gegen Depressionen

Johanniskraut hat in den letzten Jahren einen sehr hohen Stellenwert bei der Behandlung von Depressionen erlangt. Vor allem bei leichteren und mittleren Depressionen scheint ein großer Behandlungserfolg vorzuliegen. Heute behandeln viele Ärzte depressive Zustände ihrer Patienten zuerst mit Johanniskraut. Dass hochdosiertes Johanneskraut ähnlich gut wirkt wie das synthetische Antidepressivum Paroxetin, haben Studien belegt.
Dennoch ist die Wirksamkeit von Johanniskraut bei der Behandlung einer Depression umstritten.

Es gibt Studien die die Wirksamkeit von Johanniskraut belegen und solche, die zeigen, dass letztlich ein sogenannter Placeboeffekt vorliegt. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hat sich mit dieser Frage beschäftigt. Das Ergebnis war, dass bei einer leichten Depression ein positiver Effekt bei der Behandlung mit Johanniskraut einstellt. Bei schweren Depressionen scheint dagegen Johanniskraut keine Wirkung zu haben. Bei allen Studien muss man aber auch auf die Qualität der Studie achten. Es hat sich gezeigt, dass bei Studien mit schlechterer Qualität das Ausmaß des positiven Effekts wesentlich höher war, als bei Studien mit hoher Qualität, denn bei diesen zeigte Johanniskraut nur einen geringen Effekt.
Man kann aber nach heutigem Wissenstand davon ausgehen, dass bei leichten Depressionen und Stimmungsschwankungen das Johanniskraut eine gute Alternative zum synthetischen Antidepressiva ist.

Wie sollte Johanniskraut angewendet und dosiert werden? Johanniskraut gibt es teilweise schon im Supermarkt zu kaufen, allerdings sind die Dosierungen dann so niedrig, dass man schon größere Mengen zu sich nehmen muss. Wichtig ist, dass man immer im Hinterkopf behält, dass Johanniskraut nur bei Einnahme über einen längeren Zeitraum wirkt und auch nicht bei jedem!

Wer Johanniskraut als alternatives Medikament zu sich nimmt, der muss unbedingt auf die Dosierung achten. Als Tagesdosis sind 750mg bis 900mg Trockenextrakt empfohlen, das sich in dieser Dosierung die größten Erfolge gezeigt haben. Auch sollte Johanniskraut immer zu den gleichen Zeiten genommen werden. In welcher Form Johanniskraut eingenommen wird, sollte man selbst in Absprache mit dem Arzt entscheiden.

Obwohl Johanniskraut ein auf pflanzlicher Basis bestehendes Medikament ist, ist es nicht nebenwirkungsfrei. Eine Nebenwirkung ist, dass Johanniskraut sich nicht sehr gut mit starker UV-Strahlung (Sonnenbaden, Solarium) zu vertragen scheint. Es treten sehr leicht Hautentzündungen auf, wenn man sich zu starker UV-Strahlung aussetzt. Des Weiteren ist zu beachten, dass Johanniskraut die Wirkung anderer Medikamente hemmen kann. Vor Einnahme sollte man sich bei dem behandelnden Arzt in jedem Fall über Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten informieren.

Stiftung Warentest hat folgende Johanniskrautpräperate mit „sehr gut“ getestet: Jarsin 300, Laif 600, Neuroplant 1×1, Psychotonin 300, Remotiv, Aristoforat, Cesradyston, Esbericum forte, Felis Johanniskraut 425, Helarium 425, Hyperforat 250mg und Hypericum Stada.

Okt 1st, 2009 | By | Category: psychische Erkrankungen ,



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