Krankenhausinfektion Blutvergiftung – Wie gefährlich ist ein Krankenhausaufenthalt?

Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs stellt die Sepsis die dritthäufigste Todesursache in Deutschland dar. Nahezu jede Infektion kann sich zu einer Sepsis entwickeln, bei der der ganze Körper durch Bakterien oder Pilze, die sich über die Blutbahn im gesamten Körper ausbreiten und alle Organe befallen können, entzündet ist. Wird eine Sepsis nicht sofort intensivmedizinisch behandelt, führt sie unweigerlich zum Tod. In Deutschland sterben bis zu 60.000 Menschen jährlich an der durchaus vermeidbaren Infektion, die u. a. Symptome wie Fieber, Atemnot, Lichtempfindlichkeit, Kopfschmerzen und ein stark beeinträchtigtes Allgemeinbefinden aufweist. Der weitverbreitete Glaube, eine Blutvergiftung ließe sich durch einen erkennbaren roten Streifen, der sich von der Wunde Richtung Herz ausbreitet, ist ein großer Irrtum und kein Hinweis auf eine Blutvergiftung!

In den meisten Fällen ist eine Krankenhausinfektion unvermeidbar. Mindestens 500.000 Patienten infizieren sich jährlich in deutschen Krankenhäusern mit Keimen, da meist die Immunabwehr der Patienten geschwächt ist und über Katheder, Kanülen oder Tubusse Keime leichten Zugang in den menschlichen Körper finden. Experten gehen jedoch davon aus, dass sich jede dritte bis vierte Krankenhausinfektion vermeiden ließe, wenn grundlegende Hygienemaßnahmen eingehalten würden! Dazu zählen u. a. das ordnungsgemäße Tragen eines Mundschutzes, das korrekte Desinfizieren der Hände bei Ärzten und Pflegepersonal sowie das richtige Desinfizieren der Haut bei Patienten vor einem invasiven Eingriff. In einer TV-Reportage deckten Reporter zudem massive Mängel bei der Reinigung von Toiletten, Knöpfen und Schaltern, die von vielen Menschen in Krankenhäusern benutzt werden, auf. Es ist nahezu fahrlässig aufgrund z. B. finanzieller Umstände auf die umfassende Reinigung und Desinfektion von Krankenhausgeräten und –inventar zu verzichten, zumal die Ausbreitung Antibiotika resistenter Keime auf dem Vormarsch ist.

Es ist zu hoffen, dass Krankenhäuser ihre Hygienestandards überdenken und gegebenenfalls Hygieneverordnungen erlassen sowie das Krankenhauspersonal in Sachen Hygiene schulen, damit Todesfälle oder Amputationen, wie beim Fall der Diskus-Olympiasiegerin Ilke Wyludda, deren rechtes Bein nach einer Sepsis abgenommen werden musste, vermieden werden können.

Jan 19th, 2011 | By | Category: Krankheiten ,



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