Manie – die angenehme psychische Störung?

Eine Manie könnte man fast als Gegenteil einer Depression bezeichnen. Die Betroffenen empfinden eine Manie als angenehm. Sie wollen sich von ihrem Zustand gar nicht befreien, was eine Behandlung natürlich extrem erschwert. Mitunter gelingt es nur gegen ihrem Willen.
Der Betroffene empfindet eine Steigerung des Lebensgefühls, denn er hat eine gehobene Stimmung, verliert Hemmungen, hat etliche gute Ideen und ein an Größenwahn grenzendes Selbstbewusstsein. Da kann schon mal ein teures Auto gekauft werden, ohne einen einzigen Cent zu besitzen. Für Angehörige ist dies schon sehr belastend. Eine Manie tritt phasenweise auf. Eine reine Manie ist eher selten, häufiger tritt die bipolare Störung (manisch-depressiv) auf. Dabei wechseln sich Depression und Manie ab.

Je stärker die Symptome ausgeprägt sind, umso leichter kann man eine Manie erkennen. Bei einigen sind sie aber doch nur schwach ausgeprägt, was bedeutet, dass es manchmal Jahre dauert, bis die Manie erkannt wird. Die Symptome einer Manie sind sehr vielseitig. Jedoch sollten während manischer Phasen drei bis vier Symptome auftreten, um von einer Manie sprechen zu können.

Symptome der Manie sind:

– gesteigertes Selbstwertgefühl
– extrem vermindertes Schlafbedürfnis (bis hin zu nur noch 3 Stunden)
– verminderter Appetit
verstärkter Sexualtrieb
– flüchten in seine eigenen Ideen
– alle Dinge in der Umgebung lenken den Betroffenen stark ab
psychomotorische Unruhe und Steigerung zielgerichteter Aktivität
– sehr exzessive Beschäftigung mit angenehmen Dingen, die dann unangenehme Konsequenzen haben
– berufliche Leistung ist extrem eingeschränkt, weil die veränderte Stimmungslage sehr schwer ausgeprägt ist

Es gibt auch Betroffene, die sich unwohl während einer manischen Phase fühlen, weil sie selbst merken wie unecht ihr Zustand ist, teilweise auch persönlichkeitsfremd. Es gibt Manien, bei denen Gereiztheit im Vordergrund steht, anstatt Heiterkeit. Sie fühlen sich dann gehetzt und getrieben. Immer wieder geraten sie mit anderen Menschen aneinander, sind verwirrt in ihren Gedanken.

Es ist beim derzeitigen Stand der Forschung immer noch nicht ganz klar, welche Ursachen eine Manie hat. Es könnten zum Beispiel Störungen der Neurotransmitter Noradrenalin und Dopamin vorliegen.

Eine Manie muss medikamentös behandelt werden. Eingesetzt werden Antimanika, Neuroleptika oder auch nur eine reine Lithiumbehandlung. Bei der Lithiumbehandlung ist aber eine konsequente Einnahme erforderlich. Aber das ist mitunter schwierig, weil die Betroffenen meist nur unzuverlässig Medikamente zu sich nehmen. Sie wollen auch gar nicht wirklich aus ihrem Zustand raus, sie fühlen sich wohl. Auch eine Psychotherapie ist notwendig.

Buchtipps zum Thema Manie:

Okt 8th, 2009 | By | Category: psychische Erkrankungen ,



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