Neurodermitis bei Kindern – Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Neben der Basispflege, welche grundsätzlich sorgfältig durchgeführt werden muss, gliedert sich die Neurodermitisbehandlung entsprechend den Beschwerden in mehrere Stufen:

  • STUFE 1: Bei trockener und wenig geröteter Haut erfolgt die Behandlung durch schonende Reinigung und tägliches Eincremen mit hypoallergenen Pflegeprodukten.
  • STUFE 2: Treten Kratzspuren, Rötungen und Juckreiz auf, helfen möglichst kortisonfreie, antientzündliche Cremes, Umschläge und juckreizhemmende Medikamente aus der Apotheke.
  • STUFE 3: Während eines Schubs treten starke Rötung sowie quälender Juckreiz auf, während die Haut nässt und Krusten bildet. In diesem Fall sind kortisonhaltige Medikamente (Cremes), Immunmodulatoren oder Antibiotika unerlässlich. Gleichzeitig können feuchte Umschläge und Schüttelmixturen bei nässender Haut Abhilfe schaffen.

Als Regel gilt: Fett (z. B. fettreiche Salben und Cremes) auf trockener Haut und feucht auf feucht (z. B. feuchte Umschläge auf nässender Haut)!

Gesundheitstipps – Schauen Sie mal vorbei.
Wissenswertes über Umschläge bei Neurodermitis:

  • Umschläge mit schwarzem Tee eignen sich besonders, da die darin enthaltenen Gerbstoffe entzündungshemmend und juckreizlindernd sind und dafür sorgen, dass sich die Haut zusammenzieht, wodurch das Eindringen von Allergenen und Krankheitserregern in die Haut erschwert wird.
  • Baumwolllappen werden hierbei in starken, abgekühlten schwarzen Tee getränkt und für etwa 15 min auf die betroffenen Hautstellen gelegt.
  • Verzichten Sie auf Kamille- und Ringelblumenzusätze!
  • Beachten Sie aber: Je häufiger Umschläge angewandt werden, desto stärker kann die Haut austrocknen. Eine intensive und vor allem rückfettende Hautpflege ist deshalb unerlässlich.

Weitere helfende Maßnahmen bei Neurodermitis:

  • Die Kleidung des Kindes sollte luftdurchlässig, nicht schweißtreibend und angenehm zu tragen sein. Kleidungsstücke aus Wolle, chemisch behandelten Fasern oder solche mit groben Nähten und Etiketten sollten unbedingt vermieden werden.
  • Unter Umständen kann ein v. a. in der Nacht übergezogener Baumwollhandschuh helfen, Kratzspuren zu vermeiden.
  • In einigen Fällen haben sich Textilien bewährt, in denen Silber-Ionen verarbeitet wurden. Dies kann man durchaus ausprobieren, wobei solche Silbertextilien derzeit aber noch sehr teuer sind.
  • Beobachten Sie, welche Lebensmittel die Krankheit Ihres Kindes verschlimmern. Oft sind es Milchprodukte, Eier, Nüsse, saure oder scharfe Lebensmittel.
  • Für Säuglinge empfiehlt sich eine längere Stilldauer, wobei Beikost nur sehr vorsichtig und langsam eingeführt werden sollte.
  • Da Stress ein Auslöser für Neurodermitis bzw. deren Schübe sein kann, sollten Entspannungsübungen, Sport und andere beruhigende Maßnahmen in den Tagesablauf des betroffenen Kindes eingebunden werden.
  • Des Weiteren besteht die Möglichkeit, an Neurodermitis-Schulungsprogrammen teilzunehmen oder in Selbsthilfegruppen Hilfe zu erhalten.
Sep 15th, 2010 | By | Category: Krankheiten ,



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