Probiotika – Oft, aber nicht bei jeder Krankheit sinnvoll.

Probiotische Joghurts sind seit mehreren Jahren bereits der große Renner im Supermarktregal. Die Werbung verspricht einen positiven Einfluss auf den Verdauungstrakt und auf das Wohlbefinden – teilweise mit Geld-Zurück-Garantie. Dass der Zustand der Darmflora bei einer Vielzahl von Erkrankungen von Bedeutung ist, ist aber bereits seit über 100 Jahren bekannt.

Genauso alt ist auch das Wissen um den Einsatz von Mikroorganismen, die bei bestimmten Leiden heilungsfördernd sind. In den meisten Fällen handelt es sich um Hefekulturen oder Milchsäurebakterien. Zubereitungen, die nun solche Mikroorganismen enthalten, nennt man Probiotika. Die Mikroorganismen durchwandern im menschlichen Körper unbeschadet den Magen und siedeln sich im Darm an. Dort leben sie für einen gewissen Zeitraum neben den natürlichen Organismen der Darmflora und unterstützen diese z. B. beim Abbau von Milchzucker.

Obwohl die Wirkung der Mikroorganismen schon sehr lange bekannt ist, erfolgte eine medizinische Erforschung erst in den 80-er Jahren. In verschiedenen Studien wurde untersucht, welche Wirkung die Mikroorganismen bei bestimmten Krankheiten haben. Die Erfolge bzw. Misserfolge wurden über Jahre hinweg dokumentiert und analysiert. Derzeit gibt es sogar schon acht Studien, die den Einsatz bei Schwerstkranken beinhalten.

Gesundheitstipps – Schauen Sie mal vorbei.

Die Ergebnisse der Studien sind sehr unterschiedlich. Während in drei Untersuchungen Verbesserungen festgestellt werden konnten, gab es bei zwei Studien sogar eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Patienten. In den übrigen Versuchen gab es keinerlei dokumentierbare Veränderungen.

Die Ergebnisse sind für Fachleute, die sich vor allem mit Probiotika befassen, nicht verwunderlich. Ihren Aussagen entsprechend, wirken probiotische Zubereitungen nur bei bestimmten Krankheiten und stellen kein Allheilmittel dar. Bei folgenden Beschwerden ist die Gabe von Milchsäurebakterien und Co. hilfreich:

  • Akute Durchfallerkrankungen aufgrund einer Infektion
  • Reizdarmsyndrom
  • Chronischen Darmentzündungen
  • Durchfall, der als Nebenwirkung von Antibiotika auftritt

Bei Menschen mit einem stark geschädigten Darm, ist die Einnahme von probiotischen Mitteln aber nicht empfehlenswert.

Es wird weiterhin vermutet, dass die Mikroorganismen einen positiven Einfluss über den Magen-Darm-Trakt hinaus haben. So sollen Probiotika bei:

  • Allergien
  • Neurodermitis

eine positive Wirkung haben. Wenn Sie die heilende Kraft ausprobieren wollen, greifen Sie einfach zu den entsprechenden Joghurts oder fragen Sie ihre/n Apotheker/-in nach Probiotika in Kapselform.

Nov 29th, 2009 | By | Category: Ernährung, Gesundheit ,



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