Psychische Störungen bei Kindern (1) ADS / ADHS – Symptome und Therapien
Impulsivität (mangelnde Selbststeuerung) ist sehr ausgeprägt. Das sind Dinge wie: Das Kind sagt, was es denkt, ist nicht sehr taktvoll. Es unterbricht andere und platzt in Unterhaltungen und Spiele anderer hinein. Das Kind redet viel, begibt sich in Gefahren (schaut nicht auf der Straße), drängelt immer vor und kann nicht abwarten. Jähzorn, Wutausbrüche und heftige Gefühlsausbrüche sind an der Tagesordnung.
Es gibt noch weitere Symptome, die mit ADHS im Zusammenhang stehen. Dazu gehören Einschlafschwierigkeiten, Lernstörungen, Ungeschicklichkeit, eine niedrige Frustrationstolleranz, Aggressivität, Überempfindlichkeit, eine krakelige Schrift, Entwicklungsverzögerung oder eine soziale Beziehungsstörung.
Wenn bei einem Kind ADS oder ADHS vermutet wird, sollte umgehend ein Kinder- und Jugendpsychiater/ -psychotherapeut aufgesucht werden, um eine genaue Diagnose zu stellen und einen Behandlungsplan aufzustellen. Erzieher und Lehrer können meist die entscheidenden Hinweise geben, da sie das Kind objektiv betrachten. Deren Meinung sollte nicht überhört werden. Letztlich sind Pädagogen aber keine Ärzte.
Auch wenn die negativen Eigenschaften, die mit dieser Krankheit einhergehen, meist auffälliger sind, weisen Kinder mit ADHS oft auch sehr positive Eigenschaften auf. Sie sind charmant, ideenreich, kreativ, fröhlich, fantasievoll, sehr flexibel, empfindsam, gutmütig, ehrlich und großherzig.
Häufig haben Kindern mit ADHS auch Kopf- oder Bauchschmerzen. Es muss dann festgestellt werden, ob diese Folge von ADHS ist oder dieselbe psychische Ursache haben wie ADHS.
Wie wird ADHS therapiert? Meist ist es eine Kombination aus Medikamenten und einer Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologische Behandlung, sowie einer gründlichen Elternberatung. Auch Ernährungstherapien werden mitunter verordnet. Auch autogenes Training oder die progressive Muskelentspannung kommen zum Einsatz. Welche Therapie die beste für das Kind ist, entscheidet letztlich der Arzt. Man darf dabei auch nicht vergessen, dass eine Therapie allein nicht reicht. Wichtig für die Behandlung dieser Kinder ist es, dass auch zu Hause, im familiären und schulischen Umfeld die Therapie weiter erfolgt um ein Wirkung zu erreichen.
Mitunter werden die Probleme besser, je älter das Kind wird. Bei manchen bleiben sie aber bis ins Erwachsenenalter bestehen.
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