Psychische Störungen bei Kindern (2) – Schulangst-Symptome und Folgen

Im Normalfall gehen Kinder gern zur Schule. Es ist aufregend, die Freunde sind dort, nicht nur Lernen, sondern auch Hobbys, Sport und das Gemeinschaftsgefühl stehen im Vordergrund. Dennoch gibt es Kinder die morgens nicht zur Schule wollen. Sie fühlen sich krank oder spielen Krankheitssymptome vor, weigern sich die Wohnung zu verlassen. Eltern müssen dies sehr ernst nehmen.

Kinder die ein solches Verhalten zeigen sind meist zwischen 5 und 10 Jahren alt. Sie haben große Angst bis hin zur Panik, wenn sie die sichere Welt im Elternhaus verlassen sollen. Am häufigsten tritt diese Angst in der Vorschule und in der Schulanfangsphase (1. und 2. Klasse) auf. Kurz bevor es aus dem Haus gehen soll, treten bei den Kindern Übelkeit, Magenschmerzen, Kopfschmerzen oder Halsschmerzen auf. Wenn die Kinder dann zu Hause bleiben, gehen die Symptome im Laufe des Tages weg, sind am Nachmittag ganz verschwunden, aber pünktlich am Morgen wieder da. Die Eltern sind an dieser Stelle meist hilflos und können dem Kind nicht mehr vermitteln, dass die Angst unbegründet ist. Hier ist nur noch mit qualifizierter Hilfe eine Änderung des Verhaltens zu erreichen.

Oft weigern Kinder sich dann zur Schule zu gehen, wenn sie in der Zeit davor viel zu Hause waren, wie zum Beispiel nach den Ferien oder nach einer Krankheit, aber auch Ereignisse die belastend für Kinder sind, können Schulangst auslösen. Dazu zählen Umzüge, Schulwechsel oder der Tod von Familienmitgliedern oder auch Haustieren.

Kinder die Schulangst haben, sind meist Kinder mit Trennungsängsten. Sie laufen in der Wohnung dem Vater oder der Mutter immer hinterher, weigern sich ins Bett zu gehen, haben Angst vor Tieren, Einbrechern oder davor, allein im Dunkeln zu sein.

Diese Kinder brauchen dringend Hilfe, denn die Folgen dieser Ängste können langfristig sehr schwerwiegend sein. Schwere soziale und schulische Probleme können auftreten, wenn das Kind lange nicht die Schule besucht und seine Freunde nicht sieht. Eltern sollten, wenn sie diese Symptome bei ihrem Kind bemerken, einen Kinder- und Jugendpsychiater aufsuchen. Er kann den Kindern wieder Mut geben und die Eltern entlasten, denn meist ist es nicht die Schule, die die Kinder fürchten, sondern das Verlassen des elterlichen Hauses. Wenn die Ursachen für die Angst tiefer liegen, muss über einen längeren Zeitraum eine Therapie erfolgen. Sind ältere Kinder von Schulangst betroffen, ist dies eine schwere Erkrankung. Sie muss intensiv behandelt werden.

Die unbegründete Angst das Haus zu verlassen, kann immer behandelt werden!

Okt 10th, 2009 | By | Category: psychische Erkrankungen ,



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