Psychische Störungen bei Kindern (3) – Nachtangst und Alpträume
Für die Kinder ist das Einschlafen verbunden mit einem Abtauchen in eine unbekannte Welt, in der sie allein sind und in der sie sich fürchten müssen.
Ursachen dafür kann es mehrere geben. Starker Stress, Verlustängste (wenn Eltern sich trennen oder getrennt leben, steigt die Unsicherheit des Kindes, selber verlassen zu werden) oder Angst allgemein, traumatische Ereignisse oder Übermüdung können die Nachtangst verursachen.
Ältere Kinder sind nicht von der Nachtangst betroffen. Falls dies doch der fall sein sollte, muss ein Arzt konsultiert werden, der nach genaueren Ursachen forscht.
Alpträume treten eher bei Kindern zwischen 6 und 16 Jahren auf. Sie kommen in der zweiten Nachthälfte und sich mit Träumen von Bedrohungen oder Verfolgungen verbunden. Die Kinder wachen dann nachts voller Angst auf und können sich auch noch am Morgen an das Geträumte erinnern. Mitunter fürchten sie sich dann in der nächsten Nacht vor dem Einschlafen, weil sie Angst vor einem erneuten Traum haben.
Solange Alpträume oder auch die Nachtangst (auch Nachtschreck genannt) nicht öfter als einmal in der Woche auftreten, gibt es für die Eltern keinen Grund zur Beunruhigung. Nach einem Alptraum kann man das Kind nur beruhigen, vielleicht eine Taschenlampe ans Bett oder ein Glas warme Milch oder ein kleines Licht. Einfach nur da sein und mit dem Kind sprechen. Man sollte jedoch von übertriebener Zuwendung und Fürsorge absehen, da dies die Angst verstärken kann.
Beim Nachtschreck sollten Eltern ihre Kinder nicht wachrütteln. Einfach nur nah sein und ein wenig streicheln reicht aus, der Nachtschreck geht von allein vorüber. Sollte er an mehreren Nächten hintereinander auftreten, stellt man fest, dass er oft zur selben Zeit kommt. Es macht dann Sinn das Kind eine halbe Stunde vorher kurz zu wecken und auf den Arm zu nehmen und mit ihm zu reden. Damit ist es aus der Tiefschlafphase raus und man kann die Nachtangst umgehen.
Schlafängstliche Kinder sollten in jedem Fall ernst genommen werden und nicht bestraft oder verspottet werden. Aber auch jedes Nachgeben und Sitzen am Bett kann problematisch werden. Das Kind sollte immer wieder bestärkt werden, dass es nicht allein ist. Man kann den Alpträumen und der Nachtangst kaum verbeugen, außer vielleicht mit Zuwendung und Hilfe beim Einschlafen.
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