Reizmagen – Ursachen, Symptome, Diagnose, vorbeugende Maßnahmen und Behandlung

Liegt ein Reizmagen, in der Medizin auch als funktionelle Dyspepsie“ bezeichnet, vor, leidet der Betroffene unter Oberbauchbeschwerden, obwohl keine organischen Störungen oder krankhafte Veränderungen des Magens vorliegen. In den Industriestaaten treten sowohl Reizmagen als auch Reizdarm recht häufig auf, wobei mehr Frauen als Männer betroffen sind. Zudem nimmt die Häufigkeit mit dem Alter zu.

Treten folgende Symptome mehr als drei Monate lang anhaltend oder in regelmäßigen Abständen, einzeln oder kombiniert auf und wurden diagnostisch organische Ursachen ausgeschlossen, handelt es sich um einen Reizmagen:

Ganz eindeutig sind die Ursachen für die Entstehung eines Reizmagens nicht geklärt. Als mögliche Auslöser kommen jedoch folgende Aspekte in Betracht:

  • Überempfindlichkeit des Nervensystems im oberen Magen-Darm-Trakt
  • Verstärkte Motorik des Magens, wodurch die Nahrung schnell im hinteren Magenteil ansammelt
  • Zu schnelle oder verlangsamte Magenentleerung
  • Erhöhte Empfindlichkeit des Magens für Magensäure
  • Störung der Magenperistaltik (Magenbewegung)
  • Infektion mit dem Erreger Helicobacter pylori
  • Ungesunde, zucker- und fetthaltige Ernährung
  • Scharf gewürzte Nahrung
  • Koffein-, Alkohol– und Tabakgenuss
  • Unverträglichkeit gegen bestimmte Speisen (Milchprodukte, Eier etc.)
  • Psychische Faktoren wie Stress, Depressionen, Sorgen, Ängste, Schlaflosigkeit
  • Fehlende körperliche Betätigung und Entspannung

Die Diagnose eines Reizmagens stellt der Arzt mittels einer eingehenden Befragung des Patienten zu den derzeitigen Beschwerden, seelischen, beruflichen und körperlichen Problemen in der aktuellen Situation und in der Vergangenheit sowie zu familiären Krankheiten. Neben einer Blut-, Stuhl- und Ultraschalluntersuchung kann eine Magenspiegelung ein wichtiges diagnostisches Verfahren sein.

Folgende vorbeugende Maßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten sind hilfreich im Kampf gegen die Magenbeschwerden:

  • Scharf gewürztes Essen vermeiden
  • Ausgewogene, leichte Ernährung mit viel Gemüse
  • Koffein-, Alkohol- und Tabakgenuss einschränken oder am besten darauf ganz verzichten
  • Auf genügende Flüssigkeitszufuhr (zwei bis drei Liter/Tag) achten
  • Ruhepausen, Entspannung und ausreichend Schlaf in den Tagesablauf einbauen
  • Für auseichende körperliche Aktivität sorgen
  • Regelmäßige Nahrungsaufnahme in mehreren kleinen Portionen
  • Einnahme bestimmter Medikamente, z. B. Säurehemmer, Motilitätsregulatoren, Antibiotika, je nach Beschwerden und Ursache

In der Regel sind ernsthafte Folgeerkrankungen oder Komplikationen eher selten. Eine Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie eine Arztkonsultation empfehlen sich jedoch in jedem Fall!

Jan 25th, 2011 | By | Category: Gesundheit, Krankheiten ,



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