Richtige Mundpflege ist schon bei Milchzähnen ganz wichtig!

Leider achten viele Eltern bei ihrem Nachwuchs bei deren Milchzähnen nicht auf die gründliche Reinigung und Pflege. Die irrtümliche Ansicht der Eltern ist, dass diese Zähne irgendwann dem „richtigen“ und vor allem bleibenden Gebiss weichen, welches dann sorgfältig gepflegt werden muss. Eventuelle Schäden an den Milchzähnen sind mit dem Wechsel dann verschwunden, könnte man meinen. Dies ist aber ein großer Irrtum!

Das Milchgebiss der Kinder besteht in der Regel aus zwanzig Zähnen, die etwa ab dem sechsten Lebensmonat nach und nach durchbrechen. Etwa ab dem fünften bis dreizehnten Lebensjahr werden die Milchzähne durch die nachfolgenden bleibenden Zähne ersetzt.

Gerade Milchzähne brauchen aufgrund ihres weichen, unausgereiften Zahnschmelzes einen besonderen Schutz vor Karies. Experten weisen darauf hin, dass sorgfältig gepflegte Milchzähne die Voraussetzung dafür ist, dass die bleibenden Zähne gut gepflegt und damit weniger anfällig für Karies und Parodontose werden. Denn sind die Milchzähne geschädigt und fallen verfrüht aus, können sie ihre Funktion als Platzhalter nicht mehr erfüllen. Eine Zahnfehlstellung bei den nachfolgenden Zähnen kann die Folge sein, die dann wiederum das Tragen einer Zahnspange erforderlich macht. Sind es die vorderen Milchzähne, die verfrüht ausfallen, kann es in besonders schweren Fällen zu einer Behinderung der Sprachentwicklung kommen. Des Weiteren besteht die Gefahr, dass die Karies verursachenden Bakterien der Milchzähne auf die darunterliegenden bleibenden Zähne übergreifen. Dabei muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass nicht de Bakterien an sich, sondern die Milchsäure, die von den Bakterien hergestellt wird, zur Zahnschädigung (Karies) führt.

Wie können Eltern nun zur Zahngesundheit ihrer Kinder beitragen? Wenn Eltern in guter Absicht die heruntergefallenen Nuckel ihrer Babys in Ermangelung von Wasser abschlecken, legen sie den ersten Grundstein für frühzeitige Karies. Nie und nimmer sollen Eltern, Großeltern oder Babysitter Nuckel, Sauger und Löffel ihrer Kinder in den Mund nehmen, da mit dem Speichel Keime an das Kind und dessen Milchzähne, selbst wenn diese noch nicht durchgebrochen sind, übertragen werden! Des Weiteren ist die richtige Mundpflege schon ab den ersten Zähnchen, die in Babys Mund sichtbar werden, unbedingt erforderlich. Dazu sollte zunächst ein feuchter Lappen oder Q-tip, später eine kleine, altersgerechte Zahnbürste mit weichen Borsten sowie Kinderzahnpasta mit geringerem Fluoridgehalt benutzt werden. Sollten Kinder die Zahnpasta mal verschlucken, ist das nicht so schlimm. Auf keinen Fall darf das Kind mit Fluor überversorgt werden, da dann eine so genannte Zahnfluorose droht, wobei die bleibenden Zähne verfärbt und geschwächt werden. Nichtsdestotrotz ist Fluor, richtig dosiert, zur Stärkung des Zahnschmelzes immens wichtig. Daher sollte die Zahnpasta sowie speziellen fluoridhaltigen Gels immer direkt auf die Zähne gegeben werden. Experten zufolge wirkt Fluor am besten, wenn es unmittelbar auf den Zähnen wirkt. Fluoridhaltige Tabletten für Babys und Kleinkinder sind unter Kinder- und Zahnärzten sehr umstritten. Zahnärzte sind in der Regel gegen die Anwendung von Fluorid in Tablettenform, Kinderärzte vertreten ganz verschiedene Meinungen. Eltern sollten sich daher im Vorfeld gründlich informieren, um eine Über- aber auch Unterversorgung mit Fluorid zu vermeiden. Neben den „Fluoretten“, die sowohl Fluor als auch das für Kinder ebenfalls wichtige Vitamin D enthalten, gibt es die „Vigantoletten“ ohne Fluor.

Ganz wichtig bei der regelmäßigen, das heißt zwei Mal täglichen, Mundpflege ist die richtige Putztechnik. Für Eltern ist es auch sehr empfehlenswert, öfter mit einem Erzieher im Kindergarten des Kindes zu reden und sich von ihr Tipps zum zähneputzen zu holen. Kleinen Kindern wird in der Regel die KAI-Technik (“Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen“) beigebracht. Bis zum Eintritt in die Schule wird den Eltern empfohlen, noch ein Mal täglich die Zahnpflege der Kinder zu kontrollieren bzw. nachzuputzen.

Nur wenn Kinder die richtige Mundpflege von Anfang an als etwas alltäglich Notwendiges erleben und die Eltern ihrer Vorbildfunktion auch in Bereich Zahnpflege nachkommen, haben „Karius und Baktus“ dauerhaft keine Chance.

Feb 7th, 2011 | By | Category: Gesundheit ,



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