Schweinegrippe – Wie gefährlich ist Tamiflu.

Die Schweinegrippe ist derzeit nicht aus den Medien wegzudenken. Täglich gibt es Meldungen über neue Erkrankungen, Impfpläne und -nebenwirkungen. Diesmal geht es um das Tamiflu. Tamiflu wird vermutlich bei einem Ausbruch der Pandemie sehr vielen Menschen als Mittel der ersten Wahl gegeben. Es soll die Grippesymptome abschwächen und die Sterblichkeitsrate senken. Zur Freude des Pharmakonzerns Roche, welcher Tamiflu produziert, werden bereits gigantische Mengen bestellt und eingelagert. Es wird geschätzt, dass allein in diesem Jahr bereits 1,3 Milliarden Euro Umsatz mit Tamiflu gemacht wurde. Tendenz steigend! Doch nun kommen immer mehr Kritiker auf die Bühne, die dem Medikament starke Nebenwirkungen zuschreiben.

Gestützt werden diese Kritiker durch Erfahrungen aus Japan. Hier ist Tamiflu bereits seit Jahren im großflächigen Einsatz gegen Grippeinfektionen. In dem Fachblatt „The Lancet“ wurde aufgrund der japanischen Berichte vor den Nebenwirkungen vor allem bei jungen Patienten gewarnt. Nach Aussagen der Experten führte die Einnahme bei drei Prozent der Heranwachsenden zu Verhaltensveränderungen. Es ist die Rede von Halluzinationen, die auch zu Unfällen führten (teilweise mit tödlichem Ausgang). Der Pharmakonzern Roche weist die Vorwürfe zurück und entgegnet, dass mögliche Halluzinationen durch das grippebedingte hohe Fieber verursacht werden.

Die Kritiker haben in dem Artikel die möglichen Nebenwirkungen des Tamiflu benannt. Diese sind bei jungen Patienten:

  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Delirium
  • Krämpfe
  • Halluzinationen

Ältere Patienten klagten dagegen über:

  • Übelkeit
  • Erbrechen

Ein weiterer Punkt, welcher von den Kritikern angefochten wird, ist die Senkung der Sterblichkeitsrate, die Tamiflu bewirken soll. Es wird darauf verwiesen, dass das Medikament die Krankheit um lediglich um einen Tag verkürze und ein wissenschaftlicher Beweis über die Senkung der Sterblichkeitsrate bis heute nicht erbracht ist. Hingegen unbestritten ist die Tatsache, dass Tamiflu das Risiko während der Grippe an einer Lungenentzündung zu erkranken, senkt. Die Kritiker sind auch nicht völlig gegen das Medikament. Sie fordern lediglich eine genaue Untersuchung der Nebenwirkungen und sprechen sich gegen eine massenhafte Verteilung aus. Tamiflu sollte nach ihren Einschätzungen nur bei besonders schweren Verläufen verordnet werden.

Okt 17th, 2009 | By | Category: Krankheiten ,



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