Sucht (1) – Was ist Sucht und wen betrifft es

Sucht ist vermutlich die psychische Störung mit den meisten Betroffenen. Eine Sucht ist keine Schwäche oder ein krimineller Zustand. Sucht ist eine Krankheit. Dieser liegt immer ein zwanghaftes Verhalten zugrunde. Sucht kann an einen bestimmten Stoff gebunden sein aber auch an eine bestimmte verhaltensweise. Unterschieden werden dann psychische Abhängigkeiten mit physischer (körperlicher) Abhängigkeit oder ohne physische Abhängigkeit. Das hängt von der Substanz ab, nach der man süchtig ist.

Sucht entsteht schleichend, niemand wird von einem Tag auf den anderen abhängig von etwas. Meist zieht es sich über Monate oder auch Jahre hin. Für Angehörige und Betroffene sind sie deswegen schwer erkennbar. Es gibt verschiedene Arten von Süchten. Die bekannteste ist wohl die Alkoholsucht, aber auch Spielsucht, Tablettensucht, Drogensucht, Sexsucht oder Internetsucht sind sehr bekannt und verbreitet.

Die Anzahl der Süchtigen in Zahlen zu fasse ist sehr schwierig, weil die Dunkelziffer enorm hoch ist. Derzeit geht man wohl von 5-7% der deutschen Menschen aus, die abhängig sind. Die Dunkelziffer ist dabei nicht berücksichtigt. Schätzungsweise 3 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig, bis zu 2 Millionen medikamentenabhängig, ca. eine halbe Million nehmen wohl illegale Drogen. Für die nicht stoffgebunden Süchte, wie Sexsucht, Spielsucht und Internetsucht gibt es kaum Zahlen.

Nicht jede Einname eines Suchtmittels führt aber zur Abhängigkeit. Doch wann geht ein Gebrauch in einen Missbrauch über? Unser Gehirn hat eine Art Belohnungszentrum. Wenn wir etwas Positives oder Schönes erfahren, tritt dieses in Aktion und schüttet Dopamin aus. Dadurch weiß das Gehirn, jetzt kommt schöner Reiz von außen, wie Freude oder auch Euphorie. Das Gedächtnis merkt sich das und sucht nach diesen Reizen. Etwas Ähnliches löst das Suchtmittel aus. Oft noch um ein vielfaches mehr. Dopamin wird dann aber viel zuviel ausgeschüttet und überschwemmt nahezu das Belohnungssystem. Dadurch lässt die Freude und Euphorie nach, neue Synapsen werden gebildet, um das überschüssige Dopamin aufzunehmen. Dadurch entsteht beim Betroffenen der Drang, immer mehr seines Suchtmittels zu sich zu nehmen.

Wann spricht man von Sucht? Der starke Wunsch wird zum Zwang, eine bestimmte Substanz zu konsumieren oder ein bestimmtes Verhalten auszuführen. Die Dosis des Suchtmittels wird immer weiter erhöht. Der Betroffene verliert die Kontrolle darüber, wann er seinen Konsum beginnt oder beendet. Wenn man dem Betroffenen das Suchtmittel entzieht, treten Entzugserscheinungen auf. Die anderen Bereiche des Lebens treten in den Hintergrund und werden vernachlässigt und es wird viel Zeit dafür verwendet, sich das Suchtmittel zu beschaffen oder das verhalten auszuüben. Auch wenn der Körper schon Schäden durch den Konsum aufzeigt, kann der Betroffene seiner Sucht nicht nachgeben.

Okt 18th, 2009 | By | Category: psychische Erkrankungen ,



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