Verdickung des Herzmuskels – Plötzlicher Herztod bei Leistungssportlern.

Nov 30th, 2009 | By seeppoo | Category: Gesundheit, Leben

Die Fußballweltmeisterschaft steht wieder bevor. Die teilnehmenden Mannschaften stehen inzwischen fest und die Fans bemühen sich, ein paar der begehrten Tickets zu ergattern. Auch die Mannschaft aus Kamerun wird zum wiederholten Mal dabei sein. Und sicherlich wird man wieder vor den Spielen dem verstorbenen Nationalspieler Marc-Vivien Foé gedenken.

Der 28-jährige Foé war 2003 während eines Fußballspiels beim Konföderationenpokal in Frankreich zusammengebrochen und an einen Herzkollaps verstorben. Die erschreckenden Bilder haben die Zuschauer und vor allem die Mitspieler bewegt und teilweise traumatisiert. Viele konnten nicht verstehen, warum ein austrainierter junger Mann so plötzlich einem tödlichen Herzversagen erliegen konnte. Dabei ist der Tod von Foé kein Einzelfall. Mindestens 12 weitere Profispieler sind in den letzen 6 Jahren aufgrund Herzversagens auf dem Spielumfeld umgekommen.

Wie nun bekannt wurde, haben Berliner Ärzte eine Gen-Mutation entdeckt, mit der die plötzlichen Herztode erklärt werden können. Das veränderte Gen verursacht eine Verdickung der Herzwand. Die Betroffenen haben im Vorfeld keinerlei Symptome wie Atemnot oder Herzstechen, weshalb die veränderte Herzwand meistens unentdeckt bleibt. Auf Basis der Forschungsergebnisse wird nun abgenommen, dass bis zu 50 % der Todesfälle durch plötzliches Herzversagen auf diese Gen-Mutation zurückzuführen ist. Während der sportlichen Betätigung schüttet der Körper verstärkt die Hormone Adrenalin und Noradrenalin aus. Die verdickte Herzwand begünstigt nun bei dieser erhöhten Hormonzufuhr eine Herzrhythmusstörung, die in einem tödlichen Kammerflimmern enden kann.

Gesundheitstipps – Schauen Sie mal vorbei.

Sportmediziner raten daher allen Leistungssportlern zu einer genauen Herzuntersuchung, vor allem vor sportlichen Großereignissen, da bekanntermaßen viele Sportler sich bei Olympiaden und Weltmeisterschaften über ihre körperlichen Leistungsgrenzen hinaus verausgaben. Bei der Aussicht eine der begehrten Medaillen zu gewinnen, ignorieren Sportler dann auch mögliche Voranzeichen wie Herzrhythmusstörungen.

Da die Gen-Veränderung vererbbar ist, sollten auch direkte Angehörige sich untersuchen lassen, wenn ein naher Verwandter an einem plötzlichen Herzversagen verstoben ist. Es wird davon ausgegangen, dass die Hälfte der Kinder eines Betroffenen ebenfalls die Gen-Mutation aufweist. Sollte eine verdickte Herzwand diagnostiziert werden, kann nur die Einpflanzung eines Defibrillator vor einem plötzlichen Herzversagen schützen.

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