Wenn Angst zur Phobie wird

Eine Phobie ist eine Angst, die über die normale Angst hinaus geht. Sie ist krankhaft. Das heißt es ist eine unbegründete und vor allem anhaltende Angst vor Situationen, Gegenständen, Tieren, Tätigkeiten oder Personen. Eine phobische Störung zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die Betroffenen den unangemessenen, übermäßigen Wunsch haben den Anlass der Angst zu vermeiden. Eine Phobie ist eine psychische Störung. Man unterscheidet hierbei noch ob sie zusammen mit oder ohne eine Panikstörung auftreten.

Es gibt kaum eine Situation oder einen Gegenstand, bei der man nicht eine Phobie entwickeln kann. In der Regel ist es so, dass die Betroffenen nicht die Situation oder den Gegenstand an sich fürchten, sondern die damit verbundenen Konsequenzen. Als Beispiel fürchten Betroffene nicht den geschlossenen Raum allgemein, sondern darin zu ersticken. Oder sie fürchten nicht den Hund allgemein, sondern von ihm zerfleischt zu werden. Menschen die von solchen Ängsten (Phobien) betroffen sind, wissen normalerweise, dass ihre Angst unbegründet ist, wie unsinnig ihr Verhalten teilweise ist, können sich aber trotzdem nicht in die Angstauslösenden Situationen begeben. Je weiter er von einer solchen Situation entfernt ist, umso sicherer fühlt er sich auch. Etwa 7% der Bevölkerung sind von leichten Phobien betroffen. Frauen sind öfter betroffen als Männer.

Für Phobien gibt es unterschiedliche Ursachen. Traumatische Erlebnisse, Überforderung in bestimmten Situationen, hören und lesen von Schlimmen Dingen, nicht verarbeitete Ängste aus der Kindheit, die im Kindesalter normal sind oder auch eine erlernte Phobie (zum Beispiel von den Eltern) können Ursache einer solchen psychischen Störung sein.

Symptome einer Phobie zeigen sich in den Gedanken des Betroffenen. Die Gedanken kreisen immer wieder um die Gefahr und man kann sich kaum mit anderen Dingen beschäftigen. Der Betroffene verspürt Angst. Körperliche Symptome sind dann Herzrasen, erhöhter Blutdruck, schwitzen, zittern und Unruhe, Übelkeit und Beklemmungsgefühle. Die Symptome zeigen sich auch im Verhalten. Panische Flucht aus solchen Situationen sind die Folge. Oft kommt es auch zu Suchtverhalten, um die Angst zu betäuben.

Wie kann man eine solche Phobie überwinden? Generell ist jede Phobie überwindbar. Schwierig ist dabei nur, dass wir Angst immer mit Gefahr verknüpfen. Allerdings führt uns die Angst hier in die Irre, denn nicht die Situation ist gefährlich, sondern die Gefahr entsteht nur durch die dabei entstehenden Gedanken und Phantasien. Um die Phobie zu überwinden muss der Betroffene seine Gedanken verändern, sein Verhalten verändern und lernen seine Körperreaktionen zu beeinflussen. Ob man dabei einen Therapeuten benötigt, hängt sehr stark davon ab, wie sehr die Phobie das Leben beherrscht, wie lange sie schon andauert, ob wir gelernt haben uns aus schwierigen Situationen selbst herauszuhelfen. Sollte man zur Überwindung einer Phobie die Hilfe eines Therapeuten benötigen, sind die Kognitive Verhaltenstherapie und die Konfrontationstherapie gut zur Beseitigung der Phobie geeignet, weil sie eine sehr hohe Erfolgsquote habe. Eine Medikamenteneinnahme ist nicht notwendig. Sollte die Phobie allerdings mit einer Panikstörung einhergehen, wird in der Regel ein Facharzt hinzugezogen, der dann eventuell doch auf Medikamente zusätzlich zurückgreift.

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Okt 4th, 2009 | By | Category: psychische Erkrankungen ,



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2 comments
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  1. Vielen Dank für die Hinweise, die ich auch in meinen Blogbeitrag
    http://www.dir-info.de/nachrichten/gesundheit/phobien-konnen-therapiert-werden-2010734
    berücksichtigt habe. Phobien können meist sehr gut mit kognitiver Verhaltenstherapie behandelt werden. Hilfreich war der Hinweis, dass bei der Therapie auch der Klient angeleitet wird, seine Körperreaktionen beeinflussen zu können.

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