Wie wirken Antidepressiva?
Ein Antidepressivum kann keine Probleme lösen. Patienten mit Depressionen führen diese oft auf ihre gegenwärtige Lebenssituation oder auf aktuelle Probleme zurück. Das ist auch der Grund warum viele depressiv Erkrankte den Sinn nicht verstehen, in der gegenwärtigen Situation mit Antidepressiva behandelt zu werden. Probleme verschwinden nicht durch Einnahme des Medikaments. Vielmehr „lernt“ der Patient dadurch, mit seiner Situation umzugehen und diese optimistischer einzuschätzen. Er erlangt mithilfe des Medikaments wieder die Kraft und Energie seine Probleme anzugehen.
Die Erfolgsquote bei der Behandlung mit Antidepressiva, begleitet von einer Psychotherapie ist sehr gut. Nur bei zu niedriger Dosierung oder Angst des Patienten vor Nebenwirkungen , sowie der relativ langen Zeit von durchschnittlich 10 bis 20 Tagen, bis die Wirkung einsetzt brechen Patienten die Therapie vorzeitig ab, so dass kein Behandlungserfolg erzielt wird.
Man rät den depressiv Erkrankten Menschen trotz Angst vor den Nebenwirkungen zu einer Therapie mit Antidepressiva, weil die Angst in nahezu keinem Verhältnis zu der Verbesserung der Lebensqualität steht, die erreicht wird. In den sechziger und siebziger Jahren verursachten Antidepressiva noch erhebliche Nebenwirkungen. Heutzutage kann man guten Gewissens zu einer solchen Therapie raten, da die Nebenwirkungen vergleichsweise gering sind und erträglicher als auswegslose Verzweiflung.
Trotz aller positiven Eigenschaften der Antidepressiva, wie der hohen Erfolgsquote, das Angreifen der Ursache des depressiven Syndroms, kein Entstehen von Abhängigkeit, keine Persönlichkeitsveränderung und keinerlei Hinweisen auf körperliche und sonstige Schäden, gibt es natürlich auch negative Eigenschaften. Diese sind je nach Antidepressivum unterschiedlich. Oft sind Nebenwirkungen Mundtrockenheit, Blutdrucksenkung, Libidostörungen, Koordinationsstörungen, Schwitzen, Sehstörungen, Magen- Darm-Probleme, Verstopfung, Zittern, Kopfschmerzen.
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